Die Macht der Konsumenten? Ein Gastbeitrag

2014-01-03 13.02.25Soooo, schon seit einigen Tagen plane ich, euch einen kleinen Kommentar hier zu lassen. Motiviert durch die gemeinsamen, natürlich Verpackunsfreien ;-), Mittagessen mit Christine. Also, ich wollte eigentlich einsteigen mit einem großen Lob und dass ihr sicher viele Leute zum Nachdenken anregen werdet und hoffentlich dadurch auch etwas bewegen werdet usw. – aber ich denke mein Blogeintrag ist sozusagen der Beweis dafür, dass ihr Menschen zum Nachdenken gebracht habt durch die Initiative :-).


Kurz zu meinem Hintergrund: ich beschäftige mich schon seit längerem mit dem Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenverschwendung, allerdings bisher verstärkt bei Lebensmitteln und eher im globalen Rahmen. Also das Grundinteresse war schon da.

Wie gesagt, angeregt zu diesem Kommentar wurde ich durch die Unterhaltungen beim Mittagessen. Dabei haben wir uns über die Idee unterhalten, wie es so läuft, wo die Probleme liegen, wie man die lösen könnte etc. Und daraus sowie aus eigenem „Austesten“ eurer Ideen habe ich für mich folgende Schlussfolgerungen gezogen:

1. Die ’schlechte‘ Nachricht: manche Verpackungen sind nötig bzw. sagen wir so, sie machen Sinn und sie zu vermeiden hat ggf. andere negative Konsequenzen. Zum Beispiel halten sich manche Dinge einfach frisch in bestimmten Arten der Verpackungen – und die negative Konsequenz, dass man Lebensmittel sonst wegwerfen müsste, überwiegt in diesem Fall für mich. Zumindest in unserem aktuellen System ist das so – die Auswahl in den Supermärkten ist riesig (ob und inwiefern sich das ändern wird, wird ja schon auch diskutiert – für mich eine essentielle Diskussion) und weggeworfen wird ja eh schon genug! Deshalb die für mich dann doch etwas traurige Erkenntnis: manche Verpackungen machen momentan wohl ökologisch mehr Sinn, als sie wegzulassen. Nicht nur, weil es komplizierter wird. Und damit sind wir beim nächsten Punkt –

2. Die ‚gute‘ Nachricht oder die Macht – und damit auch Verantwortung  (ja, das haben die Macher von Spiderman schon richtig erkannt) – der Konsumenten: das hat mich am meisten erstaunt, wieviel Einfluss man am Ende des Tages doch selbst hat, und zwar ohne den sehr konsequenten Weg zu gehen und gleich mit der Tupperbox zum Supermarkt zu gehen (was ich durchaus begrüßenswert finde, aber hier geht es um die massentauglichere Macht). Ja, ich nehme mir mittags öfter was zum Essen bei Imbiss um die Ecke etc., und ja, das Essen bekomme ich in einer Verpackung (soweit ich kein eigenes Behältnis mitbringe) – ABER: reicht der (hoffentlich Papp-)Teller oder muss es noch in Folie eingewickelt sein? Eine oder 10 Servietten dazu? Das kann ich recht leicht selbst beeinflussen! Wenn ich Obst im Supermarkt kaufe, muss ich dann jedes Stück einzeln in eine Tüte packen oder nehme ich eine/gar keine Tüte mit? Habe ich eine Einkaufstasche dabei? Sehr banal?! Ja, genau!!!

Mein Fazit: um das erste Problem anzugehen, braucht es sicherlich mehr als eine Initiative, echten Wandel in der Gesellschaft… auf meine Macht als Konsument bin ich mir aber erst durch eure Initiative so richtig bewusst geworden. Deshalb am Ende doch: danke und toll, dass ihr das angestoßen habt!!

Ein Gastbeitrag von Gina Burgard

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Über ichnehmsohne

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5 Antworten zu Die Macht der Konsumenten? Ein Gastbeitrag

  1. Stadtpflanze schreibt:

    Noch zum ersten Punkt – der Punkt tut mir und meinem Gewissen nämlich auch weh:

    Gemüse und Obst sieht zwar noch recht lange gut aus, wenn es richtig gelagert wird – es verliert jedoch sehr schnell einen großen Teil seiner Vitamine. Die Rede ist von wenigen Tagen.

    Würden z.B. Äpfel unverpackt transportiert, unverpackt gelagert und unverpackt ausgelegt, unverpackt gekauft, hätte man von den Vitaminen, die mal darin waren, nicht mehr sehr viel. Selbst Kühlung kann den Zerfall der Vitamine nur begrenzt eindämmen – und ist auch wieder mit Ressourcenverbrauch verbunden.

    Statt Plastik würde es aber vielleicht auch gewachstes Papier tun – was nur eine Überlegung von mir ist. Oder eben Bio-Plastik … Das ist zwar auch Verpackungsmüll, aber wenigstens ohne Plastik (und damit ohne bestimmte kritische Substanzen) und letztlich abbaubar. Solche Verpackungen könnte man dann z.B. bei Käse verwenden – und wo Verpackungen aus bestimmten Gründen eben durchaus sinnvoll sind.

    Auch wenn mir diese Schlussfolgerung selbst nicht schmeckt … Ich denke, Verpackungen haben durchaus ihre Berechtigung. Nicht immer, aber manchmal, wie du so schön in dem Artikel schreibst. Durch Vermeidung von wirklich unnötigem Material und dem Suchen nach Alternativen könnte man aber sehr viel erreichen; davon bin ich überzeugt.

    • neuhier schreibt:

      nur einen Kommentar zu Bio-Plastik: ich wollte nur wiederholen was mein Kunststoff Prof in einer Vorlesung gesagt hatte: Bio-Plastik bedeuted nicht zwangsläufig biologisch abbaubau und konventionelles Plastik nicht unbedingt das es nicht-biologisch abbaubar ist. Es gibt beide Typen (bio und konventionell) jeweils als abbaubaren und nicht abbaubaren Plastik. –> http://de.wikipedia.org/wiki/Biokunststoff

      Interessant, finde ich auch, dass gerade Produkte, die sich im absoluten Niedrigpreis Segment befinden (zu denen mal als Student leider manchmal greifen muss), oftmals die besten Verpackungen finden, da diese unter einem derartigen Kostendruck stehen.
      So waren bei einem günstigen Käse die Käsescheiben genau übereinander gestapelt, wohingegen bei teureren Produkten die Käsescheiben gefächert versetzt übereinander liegen. Das Ziel dabei ist, meiner Meinung nach, dass Produkt größer erscheinen zu lassen, aber natürlich steigt dadurch auch der Verbrauch von Plastikfolie.
      Auch bei Tee in Teebeuteln habe ich Produkte, ohne die unnötige Papierverpackung jedes einzelnen Teebeutels, fast nur im Niedrigpreissegment gefunden

      • ichnehmsohne schreibt:

        Danke für den Hinweis. Weißt Du, was ich krass finde, dass Bio-Gemüse auch immer häufiger verpackt ist. Von Salat bis zur Gurke (!!) (jb)

  2. Gina schreibt:

    Hallo Gabi,
    ich meinte z.B. eingeschweißte Lebensmittel und wollte darauf hinaus, dass die Verpackung dort einen Sinn erfüllt (Essen haltbar machen). Im Gegensatz zu Alufolie versus Tupperbox z.B. Könnte man vermeiden, indem man alles frisch kauft. Aber die Erfahrungen, die hier auf der Seite geteilt werden, zeigen ja, dass das in der Praxis eine Herausforderung sein kann.

    LG Gina

  3. Gabi schreibt:

    Hallo Gina,

    welche Lebensmittel meinst du denn konkret bei Punkt 1?

    Gruß,
    Gabi

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