10.000 Klicks, 100 Ideen, 1 Woche #IchNehmsOhne

Kreta Krise 2011_04_einheimisches GemueseWir sind platt. Geplättet sozusagen. 10.000 Klicks in einer Woche, ganz viele tolle Kommentare auf dem Blog , unzählige interessante Gespräche vor den Käsetheken, das haut uns schon um! 1000 Dank!!! Aber wir sind auch platt, weil die Diskussionen in den (meist großen) Läden einfach an den Nerven zerren: „Nein wir dürfen nichts in Tupperware packen, nein, was wenn die Lebensmittelkontrolleure kommen, nein nachher verklagen Sie uns wegen unhygienischer Ware!“ Hier unseren persönlichen Eindrücke nach einer Woche #IchNehmsOhne:

Miriam

Es war überwältigend wie viele Leute die Idee toll fanden – inklusive vieler VerkäuferInnen. Die schönste Tupperwaren-Szene verlief eigentlich immer so: „Nee dat darf isch nich, dat is jegen dä Vorschriften!“ Hilfesuchender Blick zur Kollegin. Wenn diese der Verkäuferin wohlwollend zunickte (was indirekt hieß: „Ich verpetze dich nicht!“) hatten beide einen enormen Ehrgeiz herauszufinden, wie sie den Käse abgewogen und in die Schüssel gezirkelt bekommen ohne gegen X Vorschriften zu verstoßen. Was noch viel spannender war: Die beiden Ladies fingen an zu diskutieren: „Ja dat is schon der Wahnsinn wat wir hier an Verpackungen verbrauchen…!“

Das an sich ist ja schon ein Erfolg! Die Ladies sind sensibilisiert, sie haben nichts Unrechtes getan, wir sind happy: Win-Win-Situation! Wenn immer mehr Kunden mit Jutebeuteln und Plastikschüsseln anrücken würden, müssten sich auch die Chefs mal was überlegen, denn „der Kunde is schließlich Könisch“!!! Und by the way: Ich nehm’s auch weiterhin ohne!

Julia

Wow, eine Woche habe ich jetzt ohne Verpackung verbracht und jetzt? Wenn ich zurückblicke, überkommen mich gemischten Gefühle. Warum? Ich fühle mich zum einen verdammt gut. So genau und so neugierig habe ich schon lange nicht Etiketten gelesen, Mehrwegzeichen auf Flaschen gesucht, mich geärgert, das ich nur eine Tupper mit hatte und das Geschmackserlebnis von Milch aus der Glasflaschen erlebt! Und ich bin mit weit geöffneten Augen durch die Südstadt gelaufen, immer auf der Suche nach Unverpacktem. Auf einmal habe ich kleine Läden entdeckt, die vorher an mir vorbeigeflogen sind. Obendrein habe ich mit so vielen fremden Menschen geredet wie nie zuvor beim Einkauf! Aber ich habe auch auf Dinge verzichtet: zum Beispiel auf meine abendliche Chipstüte. Und zugegeben, es war anstrengend Verkäufer immer wieder davon zu überzeugen, den Käse doch in meine Tupper zu packen. Wir haben viel recherchiert und uns den Kopf zerbrochen.

Aber ich bin glücklich. Wir haben so viel positives Feedback und Support bekommen. Danke dafür!! Und ich fühle mich in meiner These bestätigt: Jeder Einzelne kann etwas bewegen!

Christine

Mein Fazit der letzten Woche: vieles ist im Alltag überraschend einfach umzusetzen, wie etwa Brot und Gemüse ohne Verpackung kaufen, Mittagessen – wenn man sich aussuchen kann, wo 😉 – und Kaffee trinken. Gerade das bewusste Essen bzw. Kaffee Trinken unterwegs und ohne Verpackung trägt zu einer angenehmen Entschleunigung bei, weil man sich meist die Zeit nehmen muss, sich irgendwo reinzusetzen. Und wie viel Verpackungen man dadurch sparen kann, ist wirklich enorm!

Auch interessant war in der ersten Woche, dass ich einige neue Geschäfte in meinem Viertel entdeckt habe. Denn Produkte, die man im Supermarkt nur verpackt kaufen kann, gibt es in kleinen Geschäften um die Ecke auch unverpackt, wodurch man auch kleine Läden stärken kann: Tee aus dem Teeladen, Gewürze aus dem kleinen Gewürzladen, verpackungsfreier Tofu vom Asialaden – nette Gespräche inklusive!

Vieles ist natürlich auch sehr schwierig, vor allem Kosmetikartikel und Putzmittel oder auch Konserven. Und da ich vieles in der letzten Woche noch nicht ausprobieren konnte, mache ich natürlich noch weiter!

Flo

…macht weiter!

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Über ichnehmsohne

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10 Antworten zu 10.000 Klicks, 100 Ideen, 1 Woche #IchNehmsOhne

  1. Anke schreibt:

    Hallo, ich finde eure Seite auch sehr gut. So locker vom Hocker 🙂 Besonders gut finde ich, dass euer Experiment nun schon 9 Monate andauert! Da ich auch aus der Nähe von Köln komme, und ihr von dem einen oder andern Lädchen sprecht, in dem man einige Sachen unverpackt erhält, dachte ich mir, ihr könntet vielleicht auch so eine Einkaufsliste wie hier
    http://www.plastikfreies-bielefeld.de/wp-content/uploads/2013/09/Plastikfreies+Einkaufen.pdf
    zur Verfügung stellen. Dann können wir unsere Macht als Verbraucher ausspielen.

    Was ich bei euch noch nicht gefunden habe (bin aber auch noch nicht alle Beiträge durch ;), ist eine Erwähnung des „Freikost Deinet“ in Bonn Duisdorf. Ein kleiner Unverpackt Laden, der im Mai eröffnet hat.

    • ichnehmsohne schreibt:

      Hallo Anke – danke für den link zur „#IchNehmsOhne-Ladenliste“ aus Bielefeld! Genau das haben wir vor und arbeiten gerade daran – noch ein bisschen Geduld, dann ist es auf der Seite! Und danke für den Tipp – ja, wir bauen jetzt die verpackungsfreien Supermärkte auch als Link ein!

  2. Daiva schreibt:

    Ja es ist echt toll so bewusst einkaufen zu gehen. Das versuche ich auch zu machen, nur bestimmt nicht so oft wie ihr jetzt 😉 Aber immerhin, wenn ich weggehe überprüfe ich immer, ob ich meine Schlüssel und eine Stofftüte dabei habe. Es ist schon zu einem Gewohnheit geworden. Auch Obst und Gemüse lose in dieselbe Tasche reinzutun ist auch nie ein Problem.

    Aber bei vielen anderen Sachen ist es fast unmöglich ohne Verpackung einzukaufen. Natürlich könnte ich auch Tee, Kaffee, Gewürze, Reis etc. in kleinen Läden oder auf dem Markt kaufen und alles abwiegen lassen. Aber als Student ist es einfach vieeeeeel zu teuer. Oder habt ihr vllt irgendwelche Geheimtipps wo man so was billig kaufen kann? Wobei Nachhaltig kann selten billig sein 😛

    • ichnehmsohne schreibt:

      Liebe Daiva, vielen Dank für deinen Kommentar. Klar, wenn wir weiter so viel eingekauft hätten wie zuvor, wäre das teuer geworden. Aber so haben wir wirklich nur bewusst das eingekauft, was wir auch wirklich brauchten und wollten. Und Reis im Asienladen ist nicht teurer. Und Kaffee bekommst du in der Rösterei auch meist billiger, wenn du deine eigene Dose mitbringst. Probier es doch mal aus und berichte uns. (jb)

  3. gruenzwerg schreibt:

    Ich schließe mich an! Toll, was ihr macht, und toll, im Netz viele ähnlich denkende zu finden. Im wahren Leben bin ich ja schon der Freak, wenn die Leute nur Stoffwindel oder Stofftaschentuch hören, da muss man gar nicht über plastikfrei oder zero waste reden:-)

  4. Zora schreibt:

    „persönliches Hobby“ triffts wohl ganz gut! So zeitfüllend is es auf jeden Fall. Die Rückmeldungen im Blog sind zwar eine tolle Unterstützung, aber wenn man nicht die einzige ist, die das in ihrem Lebensumfeld umsetzt gibt das nochmal einen ganz anderen Rückhalt. Darum beneide ich euch etwas.
    Für uns andere gibt es ja das Netz, um dich nicht wie der letzte Ökofreak zu fühlen…
    LG Zora

  5. katjamant schreibt:

    Es freut mich, dass mein „persönliches Hobby“ (= Verpackung einsparen) mittlerweile bekannter wird! Macht weiter so!

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